Die Fachkräfte für Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit trägt insbesondere dazu bei, individuelle und gesellschaftliche Benachteiligungendurch besondere sozialpädagogische Maßnahmen auszugleichen. Sie ist insbesondere ausgerichtet auf die Mitwirkung bei Förderkonzepten und Angeboten zur Vorbeugung, Vermeidung und Bewältigung von Lernschwierigkeiten, Lernstörungen und Verhaltensstörungen sowie zu besonderen Begabungen.

An unserer Schule arbeiten zurzeit zwei Fachkräfte für Sozialarbeit, Frau Ute Kraft und Herr Henry Schopp. Frau Kraft arbeitet seit über 20 Jahren an der Gesamtschule Fröndenberg, Herr Schopp kam 2013 hinzu.

Wie erreichen Sie uns?
Wir sind für Sie und euch in der Unterrichtszeit montags bis freitags von 8:00 bis 15:00 Uhr in unserem Büro bei der Teestube zu erreichen.
Gesprächstermine sind aber nicht an diese Zeit gebunden und können auch später oder früher stattfinden. Sie erreichen uns auch telefonisch unter 02373-68111-30.

 

Das Konzept der Schulsozialarbeit an der Gesamtschule Fröndenberg

»Jedes Kind braucht drei Dinge:

Es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann.

Es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann.

Und es braucht Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt.«

Prof. Gerald Hüther

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die Grundlage der Schulsozialarbeit an der Gesamtschule Fröndenberg ist der Erlass zur Beschäftigung von Fachkräften für Schulsozialarbeit in Nordrhein Westfalen (RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung) v. 23.01.2008 (ABl. NRW. S. 97,142):

»Die Nachfrage nach Angeboten der Schulsozialarbeit ist angesichts der zunehmenden Komplexität von Erziehung und Bildung in einem dynamischen und leistungsorientierten Schulwesen, das auf den Prinzipien sozialer Gerechtigkeit, pädagogischer Freiheit und staatlicher Verantwortung beruht, in den letzten Jahren stetig gestiegen.«

Schulsozialarbeit soll wie die Jugendsozialarbeit insbesondere dazu beitragen, individuelle und gesellschaftliche Benachteiligungen durch besondere sozialpädagogische Maßnahmen auszugleichen. Sie ist insbesondere ausgerichtet auf

  1. Mitwirkung bei der Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von systemisch angelegten Förderkonzepten und Angeboten zur Vorbeugung, Vermeidung und Bewältigung von Lernschwierigkeiten, Lernstörungen und Verhaltensstörungen sowie zu besonderen Begabungen
  2. Mitwirkung bei der Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf
  3. sozialpädagogische Hilfen für Schülerinnen und Schüler, in der Regel in Form offener Freizeitangebote oder Projektarbeit
  4. spezielle Hilfen für Kinder, Jugendliche und deren Familien in Kooperation mit dem örtlichen Träger der öffentliche Jugendhilfe und mit anderen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe tätigen Trägern (Einzelfallberatung)
  5. die Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Kontext
  6. Gemeinwesenarbeit für Kinder und Jugendliche und mit ihnen Entwicklung spezieller Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Kompetenz von Schülerinnen und Schülern

Erfolgreiche Schulsozialarbeit wird u.a. ermöglicht durch

  1. personelle Kontinuität
  2. Vollzeitstellen
  3. qualifizierte Fachkräfte für Schulsozialarbeit und Kooperation mit den Lehrerinnen und Lehrern
  4. eine angemessene konzeptionelle Verankerung (auch im Schulprogramm), eine eigene und gute räumliche Ausstattung (Besprechungsraum/-tisch, Büro und EDV-Ausstattung, Nutzung von Gruppen- und Klassenräumen)
  5. kontinuierliche Gruppenarbeit
  6. zeitnahe Intervention (z.B. bei Schulmüdigkeit oder kritischen Lebenssituationen)
  7. leichte Erreichbarkeit für Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte (in der Schule während der Unterrichtszeit)
  8. tragfähige Kooperationsstrukturen mit Institutionen (z.B. Jugendämtern, Erziehungsberatungsstellen, Schulpsychologen, etc.) und Personen im Umfeld der Schule
  9. innovative Projekte, die das Wir-Gefühl von Klassen und der Schulgemeinschaft steigern
  10. erlebnispädagogische Angebote in Kooperation mit außerschulischen Partnern oder auch qualifizierten Übungsleitern aus Sportvereinen
  11. Angebote zu Themen der Suchtprävention und -intervention, Gewaltprävention, Sexualpädagogik, Kommunikationstraining, Berufsorientierung, Schulsanitätsdienst und Mediation
  12. freizeitpädagogische Angebote mit unterschiedlichen Zielrichtungen in festen Arbeitsgemeinschaften und offenen Schülerclubs (RdErl. d. Ministeriums für Schule und

Weiterbildung v. 23.01.2008 ABl. NRW. S.  97,142)

Insgesamt orientiert sich die Schulsozialarbeit auch an den Zielen des KJHG
(Kinder-, und Jugendförderungsgesetz) und hier im Besonderen an den Paragraphen:

  1.   § 1Recht auf Erziehung , § 9 Gleichberechtigung , § 13 Jugendsozialarbeit
  2.   § 14 Jugendschutz, § 36 Hilfeplan

Im KJHG, Kinder-, und Jugendhilfegesetz, §1, 1 heißt es:

„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“

Ziele

Daraus ergeben sich für die Schulsozialarbeit an der GSF konkrete Zielevorstellungen.

Bezogen auf Schülerinnen und Schüler:

  1. Integration von Kindern mit individuellen Problemen und die Weckung und Förderung der Eigeninitiative und die Vermittlung von Orientierungspunkten
  2. Förderung des Sozialverhaltens und der Lernmotivation und Anregung zur Entwicklung von Wertvorstellungen
  3. Verbesserung der individuellen Möglichkeiten und Chancen im Berufsleben
  4. Fokussierung auf jedes einzelne Kind und seine Lebenslage

Bezogen auf Lehrerinnen und Lehrer:

  1. kollegiale Beratung zur Verbesserung der Beziehung zwischen Eltern Lehrern und Lehrerinnen und Schülern und Schülerinnen
  2. Unterstützung bei der Elternarbeit

Bezogen auf Eltern:

  1. Eltern als gleichwürdige Partner und Fachleute in Erziehungsfragen ihrer Kinder wahrnehmen
  2. Unterstützung bei Kontakten zu Trägern der Jugendhilfe, Therapeuten, dem Jugendamt und anderen Kooperationspartnern.

Konkrete Umsetzung – Gelebte Schulsozialarbeit

Unserer Tätigkeit liegen die drei Prinzipien Sozialer Arbeit zugrunde:

  1. Freiwilligkeit
    Die Teilnahme an allen sozialpädagogischen Angeboten ist freiwillig. Das bedeutet für Schülerinnen und Schüler /Eltern/Lehrerinnen und Lehrer sowie Klassen: »Ich entscheide mich selbstbestimmt für die Veränderung und die daraus erwachsenden Konsequenzen«.
  2. Konsequenz
    Absprachen müssen so getroffen werden, dass sie einhaltbar sind. Ziel ist keine Maximalforderung, sondern das Einschlagen einer Richtung, die ich Schritt für Schritt auf ein Ziel hin gehen kann.
  3. Vertraulichkeit
    Beratungsgespräche werden vertraulich behandelt und nur mit Zustimmung der Betroffenen oder bei Gefährdungspotenzial weitergegeben.

 

Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten kann also nur auf Eigenständigkeit, Respekt und Vertrauen in den/die anderen gründen, damit sie fruchtbar für die Lern- und Lebenssituation werden kann.

Schlussbemerkung

Die Welt, in der wir und unsere Kinder leben, verändert sich schnell und stetig. Die Grundbedürfnisse, die wir als Menschen haben, sind diesem Wandel nicht unterworfen.

Menschen wollen sich in der Gemeinschaft behaupten, in Gemeinschaft leben, etwas leisten und Anerkennung erhalten; sie wollen stolz auf sich sein und mit Selbstvertrauen ihren Weg gehen. Dies tut jeder von uns individuell, auf seine eigene Weise, in seinem eigenen Tempo und mit den eigenen Umwegen.

Gestatte dem Menschen im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten diese persönliche Entwicklung, solange sie andere nicht einschränkt.

Diese Haltung bestimmt unsere Arbeit an der Gesamtschule Fröndenberg. Und so kann das Vertrauen entstehen, sich bei der Suche nach Lösungen für die eigenen Probleme helfen zu lassen und im eigenen Leben wieder zu agieren anstatt zu reagieren.