Bildungskonzept

I  Pädagogische Zielsetzungen der Gesamtschule Fröndenberg

1. Leitbild der Schule

1.1 Die Gesamtschule Fröndenberg – Schule des gemeinsamen Lernens

Unser Leitbild ist in einem Lernprozess für alle Beteiligten entstanden. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern sind dabei über ihre individuelle Sicht auf Schule hinausgegangen und haben ein gemeinsames Verständnis entwickelt. Die Leitsätze entwickeln daraus ihre Verbindlichkeit für das Handeln in der Schule, ohne dabei ihre Entwicklungsfähigkeit zu verlieren. Sie sind Anspruch und Auftrag zugleich.
Grundlage für unsere Leitsätze ist die Anerkennung der Einzigartigkeit des Kindes und seines Anspruches auf Förderung mit dem Ziel einer selbstbestimmten Lebensgestaltung in gesellschaftlicher Verantwortung.
Wir Lehrerinnen und Lehrer sind uns dabei unseres besonderen Einflusses auf die Lernleistungen und die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler bewusst.
In gemeinsamer Verantwortung von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sind wir bereit, für unsere Schule Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu beschreiten.

1.2 Unsere Leitsätze:
  • Wir sind eine Schule, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Vielfalt in Begabung, Neigung und Herkunft wahrnimmt und fördert.
    Jedes Kind ist einzigartig. Wir legen Wert darauf, die Kinder mit ihren individuellen Begabungen und Beeinträchtigungen in unsere Schulgemeinschaft zu integrieren und in ihrem Lernen optimal zu begleiten. Dazu bieten wir eine Vielfalt an Lernangeboten und schaffen gleichzeitig Verbindlichkeit. Mit flexiblen Schullaufbahnen eröffnen wir Wege zu allen allgemeinen Schulabschlüssen und darüber hinaus zu Studium und Beruf. Beratung und Begleitung durch Lehrerinnen und Lehrer und Fachkräfte der Schulsozialarbeit bieten Schülerinnen und Schülern und Eltern Unterstützung.
  • Wir sind eine Schule, die als Zentrum der Schullandschaft fest in die Gemeinde Fröndenberg integriert ist.
    Als einzige weiterführende Schule der Stadt sind wir uns der besonderen Verantwortung für Fröndenberg bewusst. In enger Zusammenarbeit mit den Grundschulen gestalten wir einen fließenden Übergang. Gemeinsam mit vielfältigen Kooperationspartnern bereiten wir die Schülerinnen und Schüler auf ein selbstbestimmtes Leben in sozialer Verantwortung vor.
  • Wir sind eine Schule, die als Ganztagsschule vom Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerinnen und Schüler und der Eltern lebt.
    Leben in Demokratie und Toleranz sind die Grundlagen unseres Handelns. Kommunikation und Kooperation aller Mitwirkungsorgane bilden die Basis unserer gemeinsamen Verantwortung für unser Schulleben. Wir schaffen damit die Voraussetzungen für eine Identifikation mit der Schule, aus der besonderes Engagement erwächst.
  • Wir sind eine Schule, die über ein hohes Maß an Erfahrung und Kompetenz verfügt und diese stetig weiterentwickelt.
    Die Gesamtschule Fröndenberg kann auf die Erfahrung als eine der ersten Gesamt-schulen in NRW aufbauen. Unsere pädagogische und fachliche Kompetenz wird systematisch weiterentwickelt, um positiv auf die Lernleistungen aller Schülerinnen und Schüler einzuwirken. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten dazu in Teams zusammen und bilden sich kontinuierlich fort.

2. Qualitätsentwicklung

2.1 Leitziele und Entwicklungsvorhaben

Der Referenzrahmen Schulqualität NRW bietet einen Orientierungsrahmen dafür, was wir gemeinsam unter guter Schule und gutem Unterricht verstehen. Die Gesamtschule Fröndenberg stellt sich in schulinternen und externen Evaluationsverfahren den Qualitätskriterien des Referenzrahmens und leitet daraus Entwicklungsvorhaben ab.

2.2 Evaluationsverfahren

Nach der Qualitätsanalyse im Jahre 2006 hat sich die Gesamtschule Fröndenberg in den Jahren 2010 und 2013 in einer SEIS-Befragung der Stärken und Schwächen der Schule vergewissert.
Im Schuljahr 2014 wurde die Schule mit Qualitätssiegel Schule-Beruf rezertifiziert.
Lernstandserhebungen, Zentrale Prüfungen und das Zentralabitur werden zur Evaluation regelmäßig ausgewertet.

2.3 Unsere Entwicklungsvorhaben in den nächsten fünf Jahren:
  • Wir entwickeln Unterricht
    • im Hinblick auf überfachliche Kompetenzen durch Stärkung fächerübergreifender Unterrichtsvorhaben und Projektarbeit
    • im Hinblick auf Lern- und Methodenkompetenz durch Portfolios, Selbst- und Fremdeinschätzung sowie kooperative Lernformen
    • durch die Einrichtung einer Projektgruppe, deren Aufgabe es ist, Kompetenzorientierung fach- und jahrgangsübergreifend zu steuern
  • Wir gestalten eine Lernumgebung, die selbstbestimmtes und selbstgesteuertes Lernen in einer vertrauensvollen Atmosphäre ermöglicht durch
    • Festlegung von Ausstattungsmerkmalen für Unterrichtsräume
    • Fortbildungen zum Thema Classroom Management
    • Festlegung der Ziele des Ganztages
    • Überdenken von Stunden- und Zeitraster
    • Vereinbarung von Schwerpunkten und Verfahren eines wechselseitigen Feedbacks
    • Stärkung des Lions Quest – Programms „Erwachsen werden“.
  • Wir stützen unser Beratungskonzept durch
    • Erhöhung der Transparenz des Beratungsangebotes
    • Stärkung der Beratungskompetenz der Klassenleitungen in Hinblick auf Studien- und Berufswahlorientierung
    • Ausbau der Gesprächskompetenz von Lehrerinnen und Lehrern und Systematisierung der Rückmeldung.
  • Wir professionalisieren die innerschulische Kommunikation durch
    • Optimierung der Informationswege, um Transparenz für alle beteiligten Gruppen zu schaffen
    • Aufwertung der Hausmitteilungen für das Kollegium durch die Vermittlung der wichtigsten Themen der Schulgemeinschaft
    • Erweiterung eines Infosystems für Eltern und Schülerinnen und Schüler
    • Strukturierung der Zusammenarbeit von Schulleitung und Lehrerrat
    • regelmäßige Durchführung von Mitarbeitergesprächen.
  • Wir entwickeln unsere fachliche und pädagogische Kompetenz fortlaufend weiter durch
    • eine an den Entwicklungsvorhaben orientierte Fortbildungsplanung
    • regelmäßigen Erfahrungsaustausch aus Fortbildungen
    • Vereinbarung von Evaluationsvorhaben.


II  Aktuelle Schulstruktur- und Organisationsmerkmale

1. Zeitkonzept

Der Ganztagsbetrieb besteht ab dem Schuljahr 2017/18 in einer gebundenen Organisationsform in einem zeitlichen Rahmen zwischen 7.50 und 16.05 Uhr. In der Sekundarstufe I ist eine Begrenzung auf 15.00 Uhr die Regel.
Eine Vormittagspause von 25 Minuten und eine einstündige Mittagspause unterbrechen den Ganztag. In der Mittagspause können Offene Angebote und ein Mensaessen wahrgenommen werden.
Unterricht und Arbeitsgemeinschaften finden in 60-Minutenblöcken statt.
Die Studien- und Berufskoordinatoren bieten in der Mittagspause eine Schülerberatung im Berufsorientierungsbüro an.
Ein Medienzentrum steht als Lernstudio während der Unterrichtszeiten für individualisierte Lernverfahren offen. Zur Förderung der Fächer Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen stehen ab der Mittagspause und am Freitagnachmittag weitere Lernräume zur Verfügung.

2. Raumbestand

Das in seinen wesentlichen Teilen 1972 erbaute, weiträumig angelegt Gebäude hat ein Nebengebäude und immer wieder Teilrenovierungen.
Insbesondere das großzügig angelegte zentrale Forum, um das herum breite Aufgänge mit zahlreichen Nischen zu den oberen Stockwerken führen, wirkt einladend und ist für die schulische Arbeit funktional: Dieser weiträumige Bereich gewährleistet zum einen den schnellen und reibungslosen Durchgang großer Schülerzahlen, zum anderen liegt hier ein Medienzentrum mit einem umfangreichen Bücherbestand, das mit seinen nach oben offenen Stellwänden ein zentrales Element in der Schule bildet. Hinzu kommen die zahlreichen in den Randbereichen des Forums und in den Nischen aufgestellten Arbeitstische und Bänke, die von vielen Schülerinnen und Schülern in den Pausen sowie von einzelnen und Arbeitsgruppen in Freistunden und Unterrichtsphasen, z.B. für Gruppenarbeit, genutzt werden können.
Im Untergeschoss des Hauptgebäudes befinden sich Fachräume für Kunst, Technik, Hauswirtschaft Musik und Naturwissenschaften, sowie eine Teestube mit angrenzenden Beratungsbüros der Sozialpädagogen.
Die mediale Ausstattung ist zeitgemäß. Das ganze Gebäude ist mit wlan ausgestattet. Es stehen Computerräume und mobile Notebookwagen zur Verfügung. Viele Räume verfügen über elektronische Tafeln mit Projektionsfunktion.
Unter dem Anbau befindet sich eine hervorragend ausgestattete Toilettenanlage, die mit Hilfe von Eltern errichtet wurde. Sie wird von einer Aufsicht gepflegt und überwacht.
Unmittelbar an den Mensabereich schließt eine große Sporthalle an, die mit einer ausziehbaren Tribüne ausgestattet und dreifach teilbar ist. Diese Halle sowie zwei zusätzliche kleinere Nebenhallen werden regelmäßig von Sportvereinen genutzt. Des Weiteren steht der Schule ein großer Platz mit Tartanboden auf dem Schulgelände zur Verfügung und in 1,5 Kilometern Entfernung liegt ein Aschenplatz, der mit genutzt werden kann. Ein Freibad befindet sich in erreichbarer Nähe.
Die großzügige, offen gestaltete Außenanlage bietet mit unterschiedlichen Schulhofbereichen (Spielbereiche, Spielgeräte, Schulgarten, Mofa-Führerscheingelände, neu errichtetes Atrium/Amphitheater) mit zahlreichen Ausstattungen, die in Projektwochen erstellt wurden, adäquate Möglichkeiten für die unterschiedlichen Altersgruppen. En MINT-Forscher-Park ist im Aufbau.
Das Kollegium teilt sich auf drei Abteilungslehrerzimmer mit Besprechungsbereichen und Lehrerarbeitsplätzen (Schreibtische und Schränke) auf. Die Klassenleitungen sind hier jahrgangsweise zusammengefasst.
Die Verwaltung und die Abteilungsbüros sind bis auf das Büro der Didaktischen Leitung in einem Flur des Hauptgebäudes zusammengefasst.
Ein Berufsorientierungsbüro befindet sich in Zentrumsnähe.
Die Gesamtschule und die benachbarten Grundschulen werden durch den öffentlichen Nahverkehr direkt angefahren. Zu Schulbeginn und zum planmäßigen Schulende gibt es einen verstärkten Buseinsatz vom eigenen Busbahnhof aus.

3. Personalorganisation und Qualifizierung des Personals

Der Ganztagsbetrieb wird von 140 Lehrkräften, zwei Sozialpädagogen, einer Schulverwaltungsassistentin, vier Sekretariatskräften, Mensapersonal und zwei Hausmeistern durchgeführt.

Das Kollegium gliedert sich in ein Schulleitungsteam, eine Steuergruppe, Fach- und Jahrgangskonferenzen und themenorientierte Arbeitskreise. Jeweils zwei Lehrkräfte betreuen eine Klasse im Team. Die Klassenleitungen eines Jahrgangs decken nach Möglichkeit den größten Teil des Unterrichts ab und stimmen sich in Jahrgangsteams ab. Jahrgangssprecher und Schulleitung treffen sich in regelmäßigen Sitzungen zur weiteren Koordination.

Es existiert eine aufgabenbezogene Geschäftsverteilung. Zur Koordination der Studien- und Berufsvorbereitung sind vier Lehrkräfte eingesetzt.

Zur Verbesserung der Qualität der schulischen Arbeit werden mindestens eine zentrale Fortbildungsveranstaltung und Gruppenveranstaltungen für Jahrgangs- oder Fachgruppen durchgeführt.
Ein Fortbildungskonzept wird regelmäßig fortgeschrieben.

Ein Elternverein organisiert eine beaufsichtigte Toilettenanlage und eine Frühstückstheke.



III Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

1. Förderung begabter und hochbegabter Schülerinnen und Schüler

1.1 Ausgangssituation

Die Gesamtschule Fröndenberg hat den Anspruch, allen Schülerinnen und Schülern eine optimale Förderung zukommen zu lassen (Leitziel). In der soziokulturellen Vielfalt und der Heterogenität im Bereich der Fähigkeiten und Fertigkeiten sehen wir die Ausgangslage für ein gemeinsames Leben und Lernen an unserer Schule. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, Sozial- und Selbstkompetenz aufzubauen und gleichzeitig auf Basis ihrer individuellen Lernausgangslage ihre kognitive Fähigkeiten zu erweitern .
In der 40 Jahre währenden Tradition der GSF wurden viele Erfahrungen im Bereich individuellen Förderns und Forderns gesammelt. 2009 erlangte die UN-Behindertenrechtskonvention auch in Deutschland Rechtskraft und somit wurde unserer Schülerschaft mit dem 2010/11 noch heterogener. Die erste Integrative Lerngruppe wurde realisiert und fortan wurden Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Lern- und Entwicklungsstörungen Mitglieder unserer Schulgemeinde. Diese Form inklusiver Schulentwicklung war der Motor, zum Weiterdenken und -entwickeln bisheriger Strukturen. Die synergetische Arbeit im Team aus Sonderpädagogen, Regelschullehrern und Sozialarbeitern führte zur Erprobung neuer unterrichtlicher Konzepte für einen kompetenzorientierten und differenzierten Unterricht, zum Einsatz standardisierter Diagnoseverfahren und zur multiprofessionellen Beratung.
Die Einflüsse sonderpädagogischer Ansätze und Arbeitsweisen auf die Regelschule führte dazu, dass individuelle Unterstützungssysteme mehr denn je für alle Schülerinnen und Schüler gefordert wurden. Somit wurde einmal mehr deutlich, dass auch die Förderung begabter und hochbegabter Schülerinnen und Schüler ebenfalls überprüft und weiterentwickelt werden musste. Mit dem Schuljahr 2014/15 wurde das inklusive Konzept der Gesamtschule Fröndenberg durch ein Beratungsangebot für begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrerinnen und Lehren und deren Eltern erweitert.
Die Schülerschaft der Gesamtschule Fröndenberg zeichnet sich durch eine große Heterogenität und Vielfalt aus.
Die Gruppe der Schülerinnen und Schüler mit hohen kognitiven Fähigkeiten, ab einem IQ-Wert von 115 spricht man von hohen kognitiven Begabungen, muss differenziert betrachtet werden: Ungefähr 15% der Schülerinnen und Schüler weisen eine hohe Begabung bzw. eine Hochbegabung auf. Wir müssen daher davon ausgehen, dass pro Klasse ca. 4 Schülerinnen und Schüler über hohe Intelligenzleistungen verfügen. 1-2% unserer Schülerschaft gilt als hochbegabt mit einem IQ-Wert von über 130.
Viele dieser begabten und hochbegabten Schülerinnen und Schüler absolvieren eine erfolgreiche schulische Laufbahn. 15% der Gruppe der Hochbegabten, mit einem diagnostizierten IQ-Wert ab 130, zeigen oppositionelle oder resignative Verhaltensweisen und/oder Leistungsabfälle aufgrund von Unterforderung. Unterricht wird nur noch negativ erlebt und abgelehnt, daraus entsteht Schulunlust und sogar –verweigerung. Neben der resultierenden misslingenden Schullaufbahn können starke psychische Probleme folgen: Ängste, vermindertes Selbstwertgefühl, Depressionen usw.
Es wäre aber zu kurz gegriffen, wenn man nur die Gruppe der Schülerinnen und Schüler mit hohen kognitiven Begabungen in den Fokus nähme. Auch die Schülerinnen und Schüler mit beispielsweise künstlerisch-musischen, sportlichen oder sozialen Begabungen müssen aufgespürt und individuell unterstützt und gefördert werden.

1.2 Zielformulierung

Das inklusive Leitbild der Gesamtschule Fröndenberg legt die Förderung ausnahmslos aller Schülerinnen und Schüler fest, insofern ist es eine unabdingbare Aufgabe aller Beteiligten unserer Schule, begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler aufzuspüren und ihre individuelle Ausgangslage zu erfassen, um auf dieser Basis Schüler/-innen und Eltern gezielt zu beraten, individualisierte Unterstützungssysteme zu entwickeln und Unterricht entsprechend weiterzuentwickeln.

1.3 Qualitätskriterien

1.3.1 Programmatische Leistungen unserer Schule

Schülerinnen und Schüler mit besonderen Fähigkeiten und Begabungen müssen zunächst aufgespürt werden. Da die pädagogische Diagnostik dabei das wesentlichste Mittel darstellt, um die individuelle Begabungen von Schülerinnen und Schüler wahrzunehmen, müssen die Kompetenzen der Lehrkräfte weiterentwickelt und unterstützt werden.
Im multiprofessionellen Inklusionsteam wird unter Federführung der/ des Beauftragten für Begabungsförderung über weitere Diagnostik in den Bereichen Persönlichkeits- und Intelligenzdiagnostik beraten sowie Fördermaßnahmen abgestimmt.
Intelligenz- und Persönlichkeitsdiagnostik werden ggf. durch die Sonderpädagogen durchgeführt.
Der/ die Beauftragte für Begabungsförderung berät den Schüler/ die Schülerin, Eltern, Klassen- und Fachlehrer/-innen, vereinbart Fördermaßnahmen (Enrichment) und evaluiert deren Wirksamkeit. Dabei steht die ganzheitliche Förderung des Schülers/ der Schülerin immer im Vordergrund. Formen der Akzeleration werden grundsätzlich nur nach genauer Diagnostik der emotionalen-sozialen Entwicklung des Schülers/ der Schülerin getroffen.
Die Mitarbeit im Netz Hochbegabtenförderung des Landes NRW dient dem Austausch und der Zusammenarbeit mit anderen Schulen, der Fortbildung des/ der Beauftragten für Begabungsförderung zur Qualitätsverbesserung und Weiterentwicklung der Begabungsförderung an unserer Schule.

1.3.2 Qualitätsversprechen

Im Sinne einer inklusiven Schulentwicklung und der langjährigen Gesamtschultradition ist es unser Bestreben, alle Schülerinnen und Schüler auf der Basis ihrer individuellen Lernausgangslage sowie ihren besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten so zu fördern, dass sie eine erfolgreiche schulische Laufbahn und persönliche Entwicklung absolvieren können.

1.3.3 Anforderung an Personal und Raum

Die Kolleginnen und Kollegen müssen ihre Kompetenzen im Bereich der pädagogischen Diagnostik wahrnehmen bzw. mittels Fortbildung verbessern.
Der/ die Beauftragte für Begabungsförderung nimmt regelmäßig an Fortbildungen teil.
Der/die Beauftragte für Begabungsförderungen informiert die Kolleginnen und Kollegen über den aktuellen Stand der Begabungsforschung.
Der/ die Beauftragte für Begabungsförderung koordiniert die Beratung des Schülers/ der Schülerin, den Klassenlehrer/-innen, den Fachlehrer/-innen und den Eltern. Er/sie arbeitet mit Sonderpädagogen, Sozialarbeitern und Psychologen zwecks Beratung, Diagnostik und Auswahl von Unterstützungsangeboten zusammen.
Wünschenswert wäre die Einrichtung weiterer Differenzierungsräumlichkeiten sowie eines Beratungszimmers.
Im Sinne des Enrichments müssen alle Formen individualisierten Lernens und innerer Differenzierung fortlaufend weiterentwickelt und spezielle Angebote für begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler ausgebaut bzw. geschaffen werden.

2. Gemeinsames Lernen – Inklusive Bildung

2.1       Ausgangssituation

Das inklusive Leitbild beeinflusst inzwischen die pädagogische Arbeit an der Gesamtschule Fröndenberg (GSF) maßgeblich. Verschiedenheit erfährt  eine besondere Wertschätzung. Der inklusive Gedanke wird sukzessive weiterentwickelt und der Wille artikuliert, die Schule so zu gestalten, dass Barrieren für das Lernen und die Teilhabe immer wieder aufgespürt, hinterfragt und abgebaut werden, denn alle Schülerinnen und Schüler – auch jene mit Behinderungen – haben das Recht auf einen Platz an der Gesamtschule Fröndenberg, wobei eine fundierte Diagnostik und Schullaufbahnberatung stets dem Ziel folgt, den bestmöglichen Förderort zu empfehlen. Das Fortbildungskonzept der Schule wird im Hinblick auf inklusive Ziele überprüft und ergänzt. Das Inklusionsteam steuert mit Hilfe des „Index für Inklusion“ und schulinternen Ergänzungen inklusive Schulentwicklungsprozesse. Das großzügig durch die Stadt Fröndenberg unterstützte Raumkonzept der Schule und die schulformübergreifende regionale Schulentwicklungsplanung „Gestaltete Lernumgebung“ greifen inklusive Ideen auf. Im Folgenden werden die inklusiven Ziele der GSF genannt:

  • Bestmögliche Entfaltung der Fähigkeiten und Neigungen aller Schülerinnen und Schüler
    Frühzeitige Prävention und Intervention – Abkehr vom Modell „Wait-to-Fail“
  • Gemeinsames Lernen und Arbeiten in heterogenen Gruppen – Vielfalt nutzen
  • Ausbau der Kooperation: Allgemeine Schule – Sonderpädagogik

2.1.1      Übergangsmanagement

Dem Übergang von den Grundschulen kommt insbesondere in Bezug auf die optimale Förderung und Einbindung von Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf große Bedeutung zu. Frühzeitige Übergabekonferenzen, Eltern- und Lehrersprechtage, verbindliche Absprachen in Bezug auf die Fortführung von Förderplänen und AO-SF-Gutachten und rechtzeitige sonderpädagogische Förderkonferenzen sichern einen nahtlosen Übergang an die Gesamtschule Fröndenberg. Jährliche Projetwochen und Forschertage aller Fröndenberger Schulen sichern schon Jahre vor dem eigentlichen Übergang Erfahrungen und Begegnungen mit der Gesamtschule Fröndenberg und ihren Akteuren. Um über diese vorbereitenden Maßnahmen hinaus den Übergang in das große System Gesamtschule für die Kinder möglichst sicher zu gestalten, werden die Schülerinnen und Schüler in den ersten Tagen und Wochen intensiv durch die Sozialpädagogen, die Patenschülerinnen und -schüler und das Beratungslehrerteam begleitet. Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden zudem bei Bedarf Integrationskräfte installiert. Durch gezielte Präventionsmaßnahmen und rechtzeitige Intervention gilt es zudem Lernstörungen und Lernblockaden rechtzeitig zu erkennen, problematische Entwicklungen zu unterbrechen und so zu einer Kultur des Behaltens beizutragen.

2.1.2      Heterogenität im Unterrichtsalltag – inklusive Lernprozesse

Für das Team der Gesamtschule Fröndenberg bedeutet inklusives Denken, nicht nur Kinder mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf in den Regelunterricht hinein zu nehmen und diese innerhalb der ansonsten unveränderten Situation bestmöglich zu fördern, sondern die Strukturen so zu verändern, dass prinzipiell für jede Schülerin und jeden Schüler eine passgenaue individuelle Förderung erfolgen kann – ohne Sonderstellungen und Etikettierung. Verschiedenheit und das Recht auf Teilhabe bezieht sich in der pädagogischen Arbeit der GSF daher im umfassend inklusiven Sinn nicht allein auf die Frage von Behinderung oder Nicht-Behinderung.

Insgesamt wird bei den Klassenzusammensetzungen auf eine größtmögliche soziale und leistungsbezogene Durchmischung geachtet. Die Zusammensetzung der heterogenen Lerngruppen berücksichtigt die vielfältigen Besonderheiten aller Kinder und betont das Miteinander. Diese offensichtliche Diversität aller Schülerinnen und Schüler in den Lerngruppen der GSF bildet die Grundlage der individuellen Förderung. Davon profitieren alle Schülerinnen und Schüler – jede/r für die eigene persönliche Lernentwicklung. Da die Förderbedingungen in den Klassen des Gemeinsamen Lernens jedoch besondere Möglichkeiten und Angebote zulassen, werden Kinder in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung bisher ausschließlich hier gefördert, bis ausreichend inklusive Strukturen die Auflösung der noch notwendigen Spezialklassen (Klassen für Gemeinsames Lernen) zulassen. Zu den verbindlichen Rahmenbedingungen in allen Klassen für Gemeinsames Lernen zählen die immanent sonderpädagogische Förderung, der teamorientierte Einsatz effektiver Fördermaßnahmen, Teamarbeit und kooperative Beratung, eine kompetenzorientierte Diagnostik und ein verbindliches Classroom-Management. Jedes Kind erhält auf Grundlage einer effektiven Diagnostik seine persönlichen Lern- und Entwicklungsangebote. Die Kinder gestalten ihr schulisches Lernen in wachsender Selbstständigkeit. Sie werden in diesem Prozess durch die Erwachsenen verantwortlich begleitet und beraten. Das Thema des jeweiligen Unterrichts einer Lerngruppe ergibt sich aus dem Kerncurriculum der Gesamtschule und den curricularen Vorgaben der Förderschwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung. Diese werden zu schuleigenen Arbeitsplänen (Kompetenztableaus) weiter entwickelt. Individuelle Förderpläne runden die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf ab und ermöglichen regelmäßige Zielüberprüfungen und Neuausrichtungen nach sonderpädagogischen Prinzipien. Das Erreichen der individuellen Lernziele eines Kindes wird durch Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten überprüft. Durch Elterngespräche sowie Zeugnisse in Form von Lernentwicklungsberichten wird der Lernstand regelmäßig transparent gemacht. Sie werden mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern besprochen und regelmäßig evaluiert. Eine umfassende und professionelle Lernstandsdiagnostik und die Transparenz zwischen Schule und Eltern ist die Grundlage für eine gelingende individuelle Förderung. Die Fachleistungsdifferenzierung ist in den Klassen für Gemeinsames Lernen aufgehoben.

Prinzipien zieldifferenter Förderung

  • Regelschullehrer u. Sonderpädagogen bilden gemeinsam ein Klassenlehrerteam
  • Die Fächer Deutsch, Mathe, Englisch, NW werden im Teamteaching unterrichtet
  • Die zieldifferente Förderung orientiert sich an individuellen Förderplänen und Kompetenzrastern, Ausgangspunkt ist das Curriculum der Regelschule
  • Sonderpädagogische Prinzipien ergänzen den Unterricht
  • Die Kompetenzerwartungen der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf orientieren sich an den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung; Grundlage ist die AO-SF
  • Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Klassen für Gemeinsames Lernen wird auf 26 begrenzt. Grundlage hierfür ist die Begrenzung auf 28 Schülerinnen und Schüler pro Klasse eines Jahrgangs, wenn sich rechnerisch mindestens zwei Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in jeder Klasse befinden.

Prinzipien zielgleicher Förderung

  • zielgleich geförderte Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden vorrangig in regulären Klassen der GSF gefördert
  • Ihre Förderung orientiert sich an den Empfehlungen der Förderschwerpunkte (AO-SF) und findet in den Bildungsgängen der Gesamtschule statt.
  • Ausgangspunkt der zielgleichen Förderung ist das SEVE-Modell (vgl. Vrban/Hartke 2012)
    Die zielgleiche Förderung folgt einem sonderpädagogischen Prozessmodell aus Diagnostik, Förderplanung und individueller Förderung (vgl. Heimlich 2009)
  • indizierte Maßnahmen finden teilweise in äußerer Differenzierung statt (Sprachförderung, Verhaltenstraining, Aufmerksamkeitstraining,…)
  • Eine konsequente Begleitung der Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt Emotionale u. Soziale Entwicklung (0-Stunde, Wochenreflexion, Verhaltensmodifikation) findet in Kooperation mit schulischen Sozialpädagogen statt.

2.1.3    Multiprofessionelle Zusammenarbeit

Ein multiprofessionelles Team aus Förder- und Gesamtschullehrerinnen und -lehrern gestaltet inklusive Lernprozesse gemeinsam. Die enge Zusammenarbeit mit Schulpsychologen, Sozialpädagogen, der schulpsychologischen Beratungsstelle und Therapeuten ist eine logische Folge, wenn allen Schülerinnen und Schülern mit ihren individuellen Bedürfnissen in den Blick genommen werden sollen. In diesen Teams entsteht ein Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Berufsgruppen. Vielfältige Formen von Kooperation und wechselnder Verantwortlichkeit werden entwickelt. Es gibt keine Aufteilung der Zuständigkeit für bestimmte Schülerinnen und Schüler. Es erfolgt lediglich eine Schwerpunktsetzung in der Arbeit. Das Response-to-Intervention-Modell bildet den Organisationsrahmen für die multiprofessionelle Zusammenarbeit. Die Gesamtkoordination aller Aufgaben im inklusiven Setting der GSF (Beratung, Diagnostik, Präventive Maßnahmen, zieldifferente und zielgleiche Förderung, Übergangsmanagement, Unterrichts- und Materialentwicklung) liegt in den Händen des Koordinators für das Gemeinsame Lernen.

2.1.4    Räumliche und materielle Voraussetzungen

Eine architektonisch besonders gestaltete Lernumgebung unterstützt Möglichkeiten einer kompetenzorientierten Unterrichtsgestaltung. Fach- und Arbeitsräume sind so gestaltet, dass sich Arbeitsgruppen zurückziehen können und das Lernen an verschiedenen Stationen und auf verschiedenen Niveaustufen möglich ist. Differenzierungsräume,  Ablagemöglichkeiten für Freiarbeitsmaterialien und Werkstätten, eine multifunktionale Einrichtung für kooperative Lernprozesse und  ausreichende Freiräume für handlungsorientiertes Lernen sind wichtiger Bestandteil der Förderung im inklusiven Setting der GSF.

Fördermaterialien, die einen intensiveren und ganzheitlichen Zugang bieten, sind genau wie standardisierte Diagnosematerialien unverzichtbarer Bestandteil eines passgenauen und individualisierten Unterrichts. Standardisierte Diagnoseverfahren zu den Grundlagenbereichen Kognition, Wahrnehmung, Motorik, Lern- und Arbeitsverhalten, Sprache/Kommunikation und Sozialverhalten liegen vor. Darüber hinaus stehen vielfältige  Montessori-Sinnesmaterialien, die das ganzheitliche Lernen nach Maria Montessori unter Einbezug der Sinne fördern, zur Verfügung.

Die Klassen für Gemeinsames Lernen sind als i-Pad-Klassen angelegt, denn der Einsatz des i-Pads ermöglicht individualisiertes Lernen in besonderem Maße. Um den Anforderungen, die die Individualisierung in diesen Klassen an den Unterricht stellt, besser begegnen zu können, ist der Einsatz interaktiver, differenzierter Übungen, die sofort eine Rückmeldung über das Lernergebnis geben, von großem Nutzen. Zudem erhalten alle Schülerinnen und Schüler vertiefte Grundkenntnisse im Bereich der Datenverarbeitung und der Anwendung gängiger Programme, die in der weiteren schulischen sowie beruflichen Ausbildung von Bedeutung sind. Zum einen wirken Computer stark motivierend, zum anderen wird in den Peergroups ein kompetenter Umgang mit den Geräten erwartet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass alle Schülerinnen und Schüler rasche Lernerfolge erzielen.

Ein digitaler Medienpool, zu dem alle Kolleginnen und Kollegen, die im inklusiven Setting der GSF tätig sind, jederzeit und von jedem Ort Zugriff haben und der sich ständig synchronisiert, dient zur Entwicklung und Sicherung inklusiver Materialien.

2.1.5    Vertiefte Berufswahlorientierung in einem inklusiven Setting

Eine frühzeitige, intensive und umfassende Berufswahlorientierung und Berufsvorbereitung zählt zu den besonderen individuellen Förderangeboten für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Kompetenzanalysen, Praktika, Projekte in Kooperation mit der Werkstatt im Kreis Unna (KLAr) zählen daher ebenso zu den Grundpfeilern wie eine individuelle Beratung und Begleitung durch den Reha-Berater der Agentur für Arbeit. Ausgangspunkt für den Prozess der Berufsvorbereitung ist eine Kick-off-Beruf-Veranstaltung, die für individuelle Interessen und Kompetenzen sensibilisiert. Die weitere Berufsvorbereitung folgt einem Reha-Berufswahlfahrplan, der sich gut mit dem organisatorischen Begebenheiten der GSF in Einklang bringen lässt und vom Berufswahlkoordinator für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf organisiert wird. Die Klassen des Gemeinsamen Lernens führen selbstständig unter Anleitung durch den Fachlehrer/ die Fachlehrerin Arbeitslehre die Schülerfirma „Lädchen im Schmallenbachhaus“, ein mit dem IHK-Förderpreis ausgezeichnetes Projekt zur vertieften Berufswahlorientierung und Berufsvorbereitung.

2.2       Zielformulierung

Ausgehend von einem inklusiven Leitbild, das Heterogenität als Chance wahrnimmt, gilt es inklusive Organisationsstrukturen, Unterrichtsprinzipien und Kooperationsstrukturen sukzessive auszubauen und im gesamten Schulumfeld sichtbar und wirksam werden zu lassen.

2.3       Qualitätskriterien

2.3.1      Programmatische Leistungen unserer Schule

Auch Fachlehrer, die nicht vom Teamteaching und der damit verbundenen Doppelbesetzung profitieren, erhalten Hilfen und Unterstützung für den Unterricht in den extrem heterogenen Klassen des Gemeinsamen Lernens.

Der kompetenzorientierte Unterricht, der neben den Kompetenzerwartungen der Regelschule auch die Kompetenzerwartungen für die Förderschwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung definiert,  wird ausgehend vom Curriculum der Regelschule weiter systematisiert und ausgebaut.

Inklusive Tätigkeitsbereiche und Aufgabenfelder werden klar umrissen und mit Zuständigkeiten belegt.

Ein auf die Bildungsregion Fröndenberg bezogenes inklusives Netzwerk wird implementiert. Es soll außerschulische Förderangebote systematisieren und den Austausch zwischen den Schulen in Bezug auf inklusive Strategien ermöglichen.

Alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte werden sukzessive über das Inklusionskonzept der Schule informiert.

2.3.2      Qualitätsversprechen

Alle Kinder – auch Kinder mit Behinderungen – haben grundsätzlich das Recht auf Teilnahme am Unterricht der Gesamtschule Fröndenberg. Allerding ist im Rahmen einer intensiven Beratung der bestmögliche Förderort festzustellen.

2.3.3    Anforderungen an Personal und Raum

Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen sowie Regelschullehrerinnen und Regelschullehrer müssen schrittweise ihre Professionsgrenzen in Richtung einer inklusiven Denkweise überwinden, indem sie gemeinsam das Kooperationsmodell weiterentwickeln, Verantwortung für die Lernprozesse aller Schülerinnen und Schüler übernehmen und kompetenzorientierte Unterrichtsstrategien zum festen Bestandteil der gesamten schulischen Förderung machen.

Räumliche Standards müssen gehalten und möglicherweise ausgebaut werden. Neben ausreichenden Differenzierungsräumen und multifunktionalen Lernlandschaften sollten Rückzugs- und Trainingsbereiche für Schülerinnen und Schüler mit massiven Verhaltensauffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich geschaffen werden.

3. Ganztag

Der Ganztag der Gesamtschule Fröndenberg orientiert sich an den Aussagen im Referenzrahmen Schulqualität NRW (Dimension 2.11) und an den erlassmäßigen Vorgaben (RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 25. 1. 2006 (BASS 11 – 02 Nr. 21)

2.1           Ausgangssituation

Der Ganztagsbetrieb findet an 4 Tagen statt. Am Freitag endet der Unterricht nach der 5. Stunde. Der Nachmittagsbereich ist Arbeitsgemeinschaften vorbehalten. Die Teilnahme ist freiwillig. Das Zeitraster weist für alle Jahrgänge der Sekundarstufe I feste Unterrichtszeiten aus (7.55 – 15 Uhr).

Der Schultag wird durch feste Pausenzeiten rhythmisiert. In der 60 Minuten dauernden Mittagspause haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das Mittagsessen einzunehmen. Auch besteht die Möglichkeit der Teilnahme an freiwilligen Offenen Angeboten.

Neben dem Fachunterricht sind in den Vormittagsbereich auch Lernzeiten integriert, die der Bearbeitung von Aufgaben vorbehalten sind. Für diese Arbeitsstunden gibt es eine feste Struktur und feste Regeln.

Des Weiteren kennzeichnen den Ganztagsbetrieb das Lernstudio- und  das Trainingsraumkonzept sowie die Zusatzförderung im Bereich LRS.

2.2           Zielformulierung

Im Rahmen verlässlicher Schulzeiten erfahren die Schülerinnen und Schüler eine individuelle Förderung, die ihnen eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht.

3.3       Qualitätskriterien

3.3.1    Programmatische Leistungen unserer Schule

Fachunterricht und Angebote im Ganztag sind aufeinander bezogen.

Für die Pausengestaltung gibt es klare Absprachen zu Möglichkeiten der Erholung und Entspannung.

Das Schulgelände bietet ausreichend Spielgelegenheiten. Die Klassenräume bieten Rückzugsmöglichkeiten (Offene Klassenräume).

Das vielfältige AG-Angebot berücksichtigt die vielfältigen Fertigkeiten und Fähigkeiten der Schülerschaft. Die Angebote liegen in kognitiven, emotionalen, sozialen und motorischen Kompetenzbereichen.

Die Projektgruppe Ganztag bespricht und evaluiert in regelmäßigen Abständen Angelegenheiten des Ganztags. Feste Mitglieder dieser Projektgruppe sind neben interessierten Kolleginnen und Kollegen der stellvertretende Schulleiter, der Ganztagskoordinator, die DL und die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.

3.3.2    Qualitätsversprechen

Die Jahrgangsstufenorganisation bietet:

  • Zielgerichteter Kollegeneinsatz nach den fachlichen Fähigkeiten und Schwerpunkten
  • Umfassendes AG Angebot, das sich an den Interessen der Schüler orientiert. Die Teilnahme wird auf dem Zeugnis bescheinigt.
  • Aus vielen AGen im künstlerisch-musischen Bereich, z.B. Variéte, Kammerorchester, Big Band, Theater und Tanz, erwächste eine regelmäßige, das Schulleben bereichernde Aufführungspraxis
  • AGen im sportlichen Bereich ermöglichen durch Teilnahme an Schulmeisterschaften den Erfahrungsaustausch und das Kräftemessen mit anderen Schulen im Umkreis (z.Zt. Fußball, Handball, Badminton, Gerätturnen, Schach)
  • AGen im naturwissenschaftlichen Bereich ermöglichen das Experimentieren mit und Vertiefen von unterrichtlichen Inhalten (z.B. Roboter-AG, Alternative Energien, Wald und Wiese, Schulgarten, MINT-Forscherpark, etc.)
  • Im 5. Jahrgang Differenzierung durch Schwerpunktwahlen: Sport, Englisch, NW, iPad
  • Bereitstellung von Raum und Material

1.3.3      Anforderungen an Personal und Raum

Es steht eine ausreichende Anzahl von Räumen zur Verfügung (z.B. Sporthalle, Fachräume), welche angemessen ausgestattet sind.

Die Durchführung bzw. Begleitung der Arbeitsgemeinschaften erfolgt durch pädagogisches Fachpersonal bzw. externe Partner.

Die offenen Angebote liegen in der Hand der Fachlehrkräfte.

4. Jahrgangsarbeit

4.1       Ausgangssituation

In der Regel sind pro Klasse zwei Lehrkräfte als Klassenleitung eingesetzt. Die Klassenleitungen eines Jahrgangs bilden das Jahrgangsteam, ggf. ergänzt durch weitere Fachlehrerinnen und -lehrer. In der Oberstufe bilden die Jahrgangsleitungen ein Oberstufenteam. Die Jahrgangsteams sind Abteilungslehrerzimmern zugeordnet.

4.2       Zielformulierung

Wir Lehrerinnen und Lehrer der Gesamtschule Fröndenberg  entwickeln unsere pädagogische und fachliche Kompetenz systematisch weiter, um positiv auf die Lernleistungen aller Schülerinnen und Schüler einzuwirken. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten dazu in Teams zusammen und bilden sich kontinuierlich fort.

Die Jahrgangsklassen und die Lehrerzimmer sind zu Jahrgangsbereichen zusammengefasst.

Die Schülerinnen und Schüler eines Jahrganges werden durch ein Team von Lehrkräften möglichst über die gesamte Schullaufbahn der Sekundarstufe fachlich und pädagogisch abgestimmt begleitet.

4.3       Qualitätskriterien

4.3.1    Programmatische Leistungen unserer Schule

Die Unterrichtsverteilung berücksichtigt weitgehend die Teamzugehörigkeit im Fachunterrichtseinsatz.

Die Lehrkräfte stimmen sich in inhaltlichen, organisatorischen und pädagogischen Vorgehensweisen für Eltern und Schülerinnen und Schüler erkennbar ab.

Mehrfach im Schuljahr werden auf Jahrgangskonferenzen verbindliche Absprachen getroffen und Fortschritte, Schwierigkeiten und Behinderungen in der Lernentwicklung für alle sichtbar gemacht.

Das Jahrgangsteam stellt den Informationsfluss zu allen im Jahrgang eingesetzten Lehrkräften und zur Schulleitung sicher.

Jahrgangssprecherinnen und –sprecher berichten regelmäßig über den Status der Arbeit im Jahrgangsteam und führen Beschlüsse der Gesamtkonferenz über jahrgangsübergreifende Angelegenheiten herbei.

4.3.2    Qualitätsversprechen

Die Jahrgangsstufenorganisation bietet:

  • Optimale Abstimmungsmöglichkeiten für inhaltliche, organisatorische und pädagogische Absprachen zwischen den Kolleginnen und Kollegen
  • Stabile pädagogische Beziehungen zwischen den Lehrpersonen  zu den einzelnen Schülerinnen und Schülern
  • Entlastungseffekte für die einzelnen Kolleginnen und Kollegen bei der Unterrichtsvorbereitung und in kritischen pädagogischen Situationen
  • Gemeinsame Elternarbeit (Gestaltung gemeinsamer Elternabende, etc.)
  • Effektivere Vertretungsorganisation
  • An die aktuelle Gruppenentwicklung angepasste flexible Jahresplanung für Projekte, Exkursionen, etc.
  • Besondere Integrationschancen für pädagogische Berufsanfänger, Quereinsteiger, Kolleginnen und Kollegen mit besonderen Problemlagen

4.3.3    Anforderungen an das Raumkonzept

Für die Jahrgangsteams stehen Lehrerzimmer mit angemessenen Arbeitsplätzen und Besprechungszimmer zur Verfügung.

Die Jahrgangsklassen sind räumlich in Jahrgangsbereichen zusammengefasst.

4.3.4    Personalorganisation und Qualifizierung

Die Zusammensetzung des Jahrgangsteams berücksichtigt weitgehend die fachlichen Anforderungen der Stundentafel der Jahrgänge.

Das Jahrgangsteam organisiert sich in Abstimmung mit der Schulleitung und trifft sich mehrfach im Schuljahr.

5. Jahrgangsarbeit SEK II

5.1       Ausgangssituation

In der Regel sind pro Jahrgang drei Lehrkräfte als Beratungslehrkräfte eingesetzt. Die Beratungslehrkräfte der drei Jahrgänge plus Abteilungsleitung bilden das Beratungsteam, ggf. ergänzt durch die StuBo-Beauftragten und die Sozialpädagogen. Das Beratungsteam ist einem gemeinsamen Abteilungslehrerzimmer zugeordnet.

5.2       Zielformulierung

Die Schülerinnen und Schüler eines Jahrganges werden durch ihr Beratungsteam ab dem Ende des 10. Jahrgangs und möglichst über die gesamte Schullaufbahn der Sekundarstufe II in Hinblick auf leistungsmäßige und persönliche Entwicklung begleitet und beraten. Dabei ist die zunehmende Selbstständigkeit der Oberstufenschülerinnen und –schüler ein Maßstab.

5.3       Qualitätskriterien

5.3.1    Programmatische Leistungen unserer Schule

Die Unterrichtsverteilung berücksichtigt einen verstärkten Einsatz der Beratungsteams in ihren jeweiligen Jahrgängen.

In der Einführungsphase erfolgt die Verteilung der einzelnen Schülerinnen und Schüler auf die Kurse nach Möglichkeit so, dass sie jeweils von einer Beratungslehrkraft unterrichtet werden. Jeder Schüler, jede Schülerin erhält in den Jahrgängen der SII eine fest zugeordnete Lehrkraft, möglichst eine Lehrkraft, die ihn oder sie unterrichtet, als Ansprechpartner (Tutoren). Diese Tutoren können nach der Einführungsphase wechseln, sollten aber in den beiden Jahren der Qualifikationsphase bleiben.

Die Beratungslehrkräfte stimmen sich in inhaltlichen und pädagogischen Vorgehensweisen für Eltern und (vorrangig)  für Schülerinnen und Schüler erkennbar ab.

In der Regel werden wöchentlich pädagogische und organisatorische  Situationen besprochen. Innerhalb des gesamten Oberstufenteams werden verbindliche Absprachen getroffen.

Das Jahrgangsteam stellt den Informationsfluss zu allen im Jahrgang eingesetzten Lehrkräften und zur Schulleitung sicher.

Beratungslehrkräfte berichten regelmäßig über den Status der Arbeit in den Abteilungsdienstbesprechungen und führen Beschlüsse der Gesamtkonferenz über jahrgangsübergreifende Angelegenheiten herbei.

5.3.2    Qualitätsversprechen

Die Jahrgangsstufenorganisation bietet:

  • Optimale Abstimmungsmöglichkeiten für inhaltliche, organisatorische und pädagogische Absprachen zwischen den Beratungslehrkräften und zu den Fachlehrkräften
  • Stabile pädagogische Beziehungen zwischen den Beratungslehrkräften  und den einzelnen Schülerinnen und Schülern
  • Optimale Beratungsmöglichkeiten in Hinblick auf Fächer- und Klausurwahlen sowie Abschlüsse
  • Entlastungseffekte für die Fachkolleginnen und -kollegen in schwierigen pädagogischen Situationen

5.3.3    Anforderungen an das Raumkonzept

Für die Beratungslehrkräfte stehen im Lehrerzimmer angemessene Arbeitsplätze zur Verfügung.

Die Einzelberatung von Schülerinnen und Schülern erfolgt in einem Beratungsbüro, das zwei Computerarbeitsplätze bietet.

5.3.4    Personalorganisation und Qualifizierung

Das Beratungsteam trifft sich in der Regel wöchentlich. Neu hinzugekommene Beratungslehrkräfte werden von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen eingewiesen und begleitet.

6. Fortbildung

6.1       Ausgangssituation

An der GSF finden zwei Fortbildungstage pro Schuljahr für das gesamte Kollegium statt (ADO vom 15. 6. 2014, §11, 4). Diese sind auf die Schulhalbjahre verteilt. Der erste Fortbildungstag – in der Regel vor den Herbstferien –  hat einen fachbezogenen Schwerpunkt, z. B.: Weiterentwicklung des schulinternen Curriculums, Leistungsbewertung, Prüfungsformate, Methoden- und Medienkompetenz (fächerspezifisch).

Die Fortbildung im zweiten Halbjahr widmet sich einem fächerübergreifenden Themenbereich, der für die Situation der Schule relevant ist (Unterrichts- und Schulentwicklung, pädagogische Fragestellungen). Themenvorschläge werden von der Schulleitung  oder Vertretern der Gremien vorgelegt und in der Lehrerkonferenz abgestimmt. Im Hinblick auf die Größe des Kollegiums hat sich – nach einem gemeinsamen Einstieg („Impulsreferat“) – die Arbeit in Workshops bewährt, die einzelne Facetten der übergeordneten Thematik aufgreifen.

Alle zwei Jahre findet die zweite Fortbildungsveranstaltung gemeinsam mit allen Fröndenberger Schulen statt. Es obliegt dem AFS (Arbeitskreis Fröndenberger Schulen), der sich aus Vertreter/innen aller Fröndenberger Schulen zusammensetzt, den jeweiligen Kollegien Themenvorschläge zu unterbreiten und einen Konsens herbeizuführen.

Darüber hinaus haben Fach- oder Jahrgangsteams die Möglichkeit, Fortbildungen für Projekte zu beantragen. Kontinuierliche Jahrgangsfortbildungen sind:

Jahrgang 5:    Lions Quest – „Erwachsen werden“

Jahrgang 6:    Gesprächsführung, „Schweigen brechen“

Jahrgang 7:    Altersspezifisches Angebot, z. B. Classroom Management, Mobbing

Des Weiteren können einzelne Kolleginnen und Kollegen Fortbildungsveranstaltungen besuchen, die in einem Bezug zu ihrem Aufgaben- und Arbeitsschwerpunkt stehen.

6.2       Zielformulierung

Das Fortbildungskonzept orientiert sich an den im Referenzrahmen Schulqualität genannten Grundsätzen für Fortbildung und Fortbildungsplanung (Kriterium 4.5.1):

Aufschließende Aussagen

  • Die Fortbildungsplanung ist an den Aufgaben und Zielperspektiven der Schule sowie an Ergebnissen schulinterner und externer Evaluation orientiert.
  • Die Schulleitung bewirtschaftet das Fortbildungsbudget nach Maßgabe des schulischen Fortbildungskonzepts und legt Rechenschaft über die Verausgabung der Mittel ab.
  • Die Schulleitung achtet darauf, dass die Lehrkräfte und die weiteren pädagogischen Fachkräfte sich regelmäßig zur Erhaltung und weiteren Entwicklung ihrer fachlichen und überfachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten fortbilden.
  • Die Schulleitung unterstützt die Entwicklung von Fortbildungsstrukturen im Sinne professioneller Lerngemeinschaften.
  • Lehrkräfte übernehmen Verantwortung für die Erhaltung und die weitere Entwicklung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten, indem sie sich fortbilden – auch im Selbststudium.
  • In der Schule findet ein Austausch über Positionen und Ergebnisse der aktuellen professionsbezogenen Forschung und Diskussion statt.
  • Die Schule legt bei ihrer Fortbildungsplanung Wert auf längerfristige Beratung und Begleitung der Schule.
  • Bei der Fortbildungsplanung steht die Fortbildung im Team bzw. die schulinterne Fortbildung im Vordergrund.
  • Erkenntnisse aus allen Fortbildungsmaßnahmen fließen systematisch in die schulische Arbeit ein.
  • Impulse aus der Lehrer- und Lehrerinnenausbildung werden systematisch aufgegriffen und für die schulische Arbeit nutzbar gemacht.
  • Es gibt gemeinsame Fortbildungen von Lehrkräften und von Fachkräften außerschulischer Partner.
  • Schulen kooperieren im Rahmen ihrer Fortbildungsaktivitäten mit kommunalen Partnern, ggf. mit den Regionalen Bildungsbüros, den Schulnetzwerken und der örtlichen Wirtschaft (z. B. Betriebspraktika für Schulleitung und Lehrerschaft).

Die GSF richtet die Schwerpunkte ihrer Fortbildungsplanung an dem im Leitbild formulierten Leitzielen und Entwicklungsvorhaben für die nächsten fünf Jahre  und den Ergebnissen von Evaluationsverfahren aus. Hieraus ergeben sich folgende Ziele und Prioritäten für Fortbildungsmaßnahmen:

  • Weiterentwicklung der pädagogischen Kompetenz
    • regelmäßiger Erfahrungsaustausch aus Fortbildungen
    • Vereinbarung von Evaluationsvorhaben
  • Unterrichtsentwicklung
    • überfachliche Kompetenzen durch Stärkung fächerübergreifender Unterrichtsvorhaben und Projektarbeit
    • Lern- und Methodenkompetenz durch Portfolios
    • Selbst- und Fremdeinschätzung sowie kooperative Lernformen
  • Gestaltung der Lernumgebung mit dem Ziel selbstbestimmtes und selbstgesteuertes Lernen zu initiieren.
    • Classroom Management
    • Stunden- und Zeitraster
    • Schwerpunkte und Verfahren eines wechselseitigen Feedbacks, Stärkung des Lions Quest – Programms „Erwachsen werden“)
  • Beratungs- und Gesprächskompetenz

Fortbildungsplanung ist somit ein wesentlicher Bestandteil  der Schulentwicklung und ein Instrument zur Steuerung schulinterner Qualitätsentwicklung.

6.3       Qualitätskriterien

6.3.1.   Programmatische Leistungen unserer Schule

Planung und Ermittlung des Fortbildungsbedarfs

Fortbildungsplanung ist die gemeinsame Aufgabe und Verpflichtung aller Lehrerinnen und Lehrer. Die Schulleitung berät und unterstützt das Lehrerkollegium bei der Planung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen.  Die Lehrerkonferenz entscheidet im Rahmen des Schulprogramms über allgemeine Grundsätze der Lehrerfortbildung.

Die Bedarfsmeldung erfolgt in der Regel durch Fachkonferenzen, Jahrgangsfachteams, Projektgruppen u. Ä. auf der Grundlage der Zielsetzungen und Aufgabenstellungen der Schule.

Durchführung und Organisation

Laut Geschäftsverteilungsplan der GSF gehören zum Aufgabenbereich der Didaktischen Leitung (DL) die Planung und Durchführung von innerschulischen Lehrerfortbildungsveranstaltungen sowie die Information über außerschulische Fortbildungsveranstaltungen. Diese Information erfolgt per Mail oder schriftlich an die Verantwortlichen der Gremien oder das Kollegium durch regelmäßige Hausmitteilungen.

Verwaltung

Mit Einführung des Budgetierungserlasses werden  die Aufgaben der Didaktischen Leitung um die Verwaltung des Fortbildungsbudgets (Kostenabrechnung von Moderatoren, Referenten, Lehrerinnen und Lehrern, innerschulische Nachweisführung, Online-Erfassung) erweitert.

6.3.2    Qualitätsversprechen

Die  Kolleg/innen werden regelmäßig über das Fortbildungsangebot informiert und bei dem Anmeldeverfahren unterstützt. Die Erstattung der Kosten erfolgt aus dem FB-Budget.

Fortbildungsmaßnahmen sowie deren praktische Umsetzung werden von der Schulleitung unterstützt.

6.3.3    Anforderungen an Personal und Raum

Die Kolleginnen und Kollegen ermitteln den Fortbildungsbedarf in Jahrgangs- und Fachkonferenzen. Folgende Verfahrensschritte werden bei der Beantragung einer Fortbildung eingehalten:

  • Einverständnis der/des Vorsitzenden
  • Abmeldung der Kollegin des Kollegen – Freistellung durch die Didaktische Leitung  nach Rücksprache mit der Schulleitung

Interessieren sich mehrere Kolleg/innen für eine  Fortbildungsveranstaltung, spricht die/der Vorsitzende des zuständigen Gremiums eine Empfehlung aus.  Die Schulleitung entscheidet unter Beteiligung des Lehrerrates über die Teilnahme (§ 59 Absatz 6 SchulG v. 05.06.2014).  Der Entscheidung liegen folgende Kriterien zu Grunde:

  • Arbeitsschwerpunkt der Kollegin/des Kollegen
  • Umsetzungsmöglichkeiten in Schule und Unterricht

Auswertung/ Reflexion

Ergebnisse von Fortbildungsmaßnahmen – Fortbildung des gesamten Kollegiums, Gruppen- oder Einzelfortbildungen – sind begleitet von der Frage nach der Relevanz und Umsetzung in der schulischen Praxis.

Einzelne Kolleginnen und Kollegen, die an einer Fortbildungsveranstaltung teilnehmen, verstehen sich als Multiplikator/innen. Sie sind gehalten, Inhalte und Erkenntnisse der Fortbildung  für die pädagogische Praxis nutzbar zu machen.

Über die Evaluation einer Fortbildungsveranstaltung hinaus wird auch die Fortbildungskonzeption der GSF Schule regelmäßig evaluiert werden müssen. Es geht dann darum zu prüfen, welche Grundsätze der schulischen Fortbildungsplanung sich bewährt haben und durch welche Veränderungen der Fortbildungsplanungsprozess verbessert werden kann.

7. Studien- und Berufsorientierung

7.1           Ausgangssituation

Es existiert eine Koordinationsstruktur durch benannte Studien- und Berufskoordinatoren, Berufsorientierungsbeauftragte der Jahrgänge und regelmäßige Treffen.

Der Berufswahlorientierungsplan ist ab Klasse 5 und der Berufswahlpass ist als Leitfaden zur Berufsorientierung ab Jahrgangsstufe 8 in den Klassen verbindlich eingeführt.

Ein Berufsorientierungsbüro ist eingerichtet.

Das mobile Berufsinformationszentrum wird mindestens einmal jährlich in der Schule aufgebaut und von Schülerinnen und Schülern besucht.

Schülerinnen und Schülern stehen Internetzugänge zur individuellen Recherche in Studien- und Berufswahlfragen außerhalb des Unterrichts zur Verfügung.

Es existieren Kooperationsvereinbarungen mit Unternehmen.

Die Schule beteiligt sich aktiv am Girls Day und ermöglicht Berufspraktika in verschiedenen Jahrgängen.

7.2           Zielformulierung

Die Umsetzung des Berufswahlorientierungsplanes als übergreifende Aufgabe aller Fächer und insbesondere der Klassenleitungen wird sichergestellt.

Die Schule bereitet sich auf eine ReRe-Zertifizierung des Berufswahlsiegels vor.

25 % der Entlasschüler/innen wechseln in eine Ausbildung.

7.3           Qualitätskriterien

7.3.1      Programmatische Leistungen unserer Schule

Die Koordinationsgremien evaluieren die verbindliche Umsetzung des Berufswahlorientierungsplanes und der Verbleibsstatistik und berichten jährlich.

Der Berufswahlpass ist als Leitfaden zur Berufsorientierung in den Klassen ab Jahrgangsstufe 8 präsent und wird kontinuierlich bearbeitet.

Das Berufsorientierungsbüro bietet einschlägige und aktuelle Informationen für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte an.

Der Einsatz des mobilen Berufsinformationszentrum ist in eine systematische Vor- und Nachbereitung eingebunden.

Mindestens zu einem Unternehmen und einer Hochschule wird eine regelmäßige und systematische Kooperationsbeziehung aufgebaut.

7.3.2      Qualitätsversprechen

Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte sind ab Klasse 5 über das Berufsorientierungskonzept der Schule informiert.

Schülerinnen und Schüler können im Bewerbungsverfahren auf ausgearbeitete Unterlagen ihres persönlichen Berufswahlpasses und aktuelle Informationen des Berufsorientierungsbüros zurückgreifen.

7.3.3    Anforderungen an Personal und Raum

In den Klassenräumen stehen verschließbare Schränke für den Berufswahlpass zur Verfügung.

Schülerinnen und Schülern können Internetzugänge zur individuellen Recherche in Studien- und Berufswahlfragen außerhalb des Unterrichts nutzen.

Im erweiterten Berufsorientierungsbüro stehen aktuelle Materialien zur Berufsorientierung aus, bieten Sitzgruppen Gelegenheit zum Lesen und Gedankenaustausch und zur Beratung.

Die Studien- und Berufswahlkoordinatoren sind geschult und nehmen an regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen teil.

Mindestens zweimal im Jahr findet ein Expertentreffen mit außerschulischen Partnern zur Weiterentwicklung des Berufsorientierungskonzeptes statt.

Die Klassenleitungen bereiten sich in den Jahrgangskonferenzen gezielt auf die jahrgangsspezifischen Elemente des Berufsorientierungskonzeptes vor.

8. Projektarbeit

8.1     Ausgangssituation

Für Projektarbeit gibt es  an der GSF unterschiedliche Organisationsformen. Neben der Einbindung in die unterrichtliche Arbeit bestehen Jahrgangsprojekte mit einem festgelegten thematischen Rahmen:

Jahrgang 5: Kinder einer Welt

Jahrgang 6: Schweigen brechen

Jahrgang 7: Suchprävention

Zentrales Element der Projektarbeit ist die Projektwoche, die einmal jährlich in der Regel nach den Herbstferien stattfindet. Es nehmen, bis auf die Jahrgänge 5 und 13,  alle Jahrgänge teil.

Im Jahrgang 5 finden Klassenprojekte statt, in denen die Schülerinnen und Schüler landwirtschaftliche Betriebe in der Region besuchen und sich mit deren Arbeitsweise beschäftigen. Auch dienen diese Projekte der Stärkung der Klassengemeinschaft. Der Jahrgang 13 bereitet sich intensiv auf die Abiturprüfung vor.

An der Projektwoche nehmen im Zweijahresrhythmus alle Fröndenberger Schulen teil, die Grundschulen – Gemeinschaftsgrundschule, Overbergschule, Sonnenbergschule – und die Sodenkampschule als Förderschule. In den zwischen diesen Intervallen liegenden Jahren lädt die GSF Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen zur Teilnahme ein.

8.2       Zielformulierung

Projektarbeit initiiert  individuelle Lernprozesse und fördert  selbstgesteuertes, eigenverantwortliches Lernen auf allen Kompetenzniveaus.

Im Einzelnen werden folgende Ziele  angestrebt:

  • Teamfähigkeit entwickeln
  • Kommunikation unter einander ausbauen
  • selbständiges Arbeiten
  • Ergebnisse gewinnen und diese auswerten
  • Problemlösung im Team erlernen
  • Methodenkompetenz entwickeln
  • Externe Partner einbeziehen

8.3       Qualitätskriterien

8.3.1.   Programmatische Leistungen unserer Schule

  • Das Vorbereitungsteam an der GSF entwickelt ca. 6 Monate vor Beginn der Projektwoche einen Ablaufplan für die einzelnen Aufgaben und Arbeitsschritte. Diese Vorlage wird sowohl mit den Schulleitungen der Fröndenberger Schulen als auch mit dem ‚Arbeitskreis Fröndenberger Schulen‘ (AFS) beraten. Der Arbeitskreis schlägt ggf. ein übergeordnetes Thema vor. Seine Mitglieder koordinieren die  Zusammenarbeit innerhalb der Schulen.
  • Die Kolleginnen und Kollegen aller Schulformen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendförderung („Treffpunkt Windmühle“), externe Partner sowie  ältere Schülerinnen und Schüler der GSF bieten über ein online-Formular Themen- und jahrgangsübergreifende Projekte an.  In einer ausführlichen Darstellung werden diese  Projekte, wiederum online, der  Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern vorgestellt.

Es können drei Projekte gewählt werden, die endgültige Zuteilung erfolgt über ein Programm, das die Reihenfolge der Wahl berücksichtigt; gibt es mehr Bewerber für ein Projekt als Plätze erfolgt die Auswahl über einen Zufallsgenerator.

  • Nach der endgültigen Zuteilung findet vor den Herbstferien ein Vortreffen der Projektgruppen statt, bei dem Erwartungen besprochen und Abläufe festgelegt werden.
  • Während der Projektwoche sind sogenannte Kernzeiten festgelegt, da viele Schülerinnen und Schüler mit dem Bus zur Schule kommen.  Darüber hinaus können die Arbeitszeiten nach den Erfordernissen des Projektes individuell gestaltet werden.
  • Die Am Ende der Projektwoche steht ein Präsentationsnachmittag an der GSF.

Durchführung und Organisation

Für die Phasen eines Projektes gelten folgende Standards:

Phase Fächerübergreifende Kernkompetenzen
  Die Schülerinnen und Schüler können:
planen Projekte (phasenweise/ ín einzelnen Arbeitsschritten) hinsichtlich (Themenfindung, Zielsetzung, Endprodukt) (mit)planen;Präsentationen (mit)planen und gestalten
organisieren ggf.  einzelne Arbeitsprozesse selbstständig organisieren (z. B. Material, SuS helfen/lehren SuS; Informationen beschaffen und   verarbeiten; Quellen beurteilen
durchführen s. organisieren; z. B. Texte adressatengerecht verfassen, kreativ bzw. nach visuellen und auditiven Gesichtspunkten gestalten;  moderne Medien einsetzen; zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gelangen; grundlegende Problemlösungsstrategien anwenden; Gedankenexperimente machen; sich in komplexen Situationen differenziert und angemessen ausdrücken; ihre /Perspektive wechseln;
Produkt erstellen im Team/in Kooperation effektiv auf das gemeinsam gesetzte Ziel hinarbeiten; Absprachen und Entscheidungen treffen; Verantwortung übernehmen; Konflikte lösen;
präsentieren entsprechend der Zielsetzung übernommene Aufgaben erfüllen; Mitverantwortung übernehmen; evaluieren und optimieren
evaluieren/reflektieren zum Abschluss einzelner Arbeitsprozesse sowie des Endproduktes (s. Zielsetzung ) z.  B. mittels Fragebogen, Portfolio, Dokumentation

8.3.2 Qualitätsversprechen

Das Vorbereitungsteam der GSF stellt in Zusammenarbeit mit den Koordinatorinnen und Koordinatoren der Grundschulen und der Förderschule den organisatorischen Rahmen bereit. Dazu gehören u. a.:

  • Regelmäßige Information der beteiligten Lehrkräfte sowie der Schulleitungen
  • Beratung der Schülerinnen und Schüler bei der Projektwahl
  • Organisation des Wahlverfahrens
  • Verwaltung von Räumen, Medien, Material
  • Öffentlichkeitsarbeit (Homepage, Presse)
  • Organisation des Präsentationstages
  • Evaluation der Projetwoche im Arbeitskreis Fröndenberger Schulen

8.3.3 Anforderungen an Personal und Raum

Für das umfangreiche Projektangebot – ca. 70 Projekte – ist die Bereitstellung von Klassen- und Fachräumen erforderlich. Auch die Außenbereiche der Schulen werden einbezogen. Hinzu kommt ein erhöhter Bedarf an Material und Medien.
Für die Schülerinnen und Schüler der Sonnenbergschule in Langschede wird ein Bus bereitgestellt, damit die Kinder pünktlich zum Projektbeginn eintreffen können. Sie werden von bekannten Lehrkräften begleitet, die für Fragen oder Probleme zur Verfügung stehen.
Eine Lehrkraft betreut eine Gruppe von ca. 18 Teilnehmern. Bei größeren Gruppen werden Teilzeitkräfte bzw. Referendarinnen und Referendare oder ältere Schüler hinzugezogen.

9. MINT-Schwerpunkt

9.1       Ausgangssituation

Die Gesamtschule Fröndenberg wurde 2016 als „MINT-Schule NRW“ zertifiziert.
MINT findet nicht nur in den Unterrichtsfächern, sondern auch in zahlreichen Projekten, offenen Mittagsangeboten oder Arbeitsgemeinschaften aller MINT-Fächer statt. Die große Anzahl unterschiedlicher Lernangebote in unterschiedlichem Setting ist eine der Stärken der Schule, denn sie trägt in erheblichem Maße dazu bei, Schülerinnen und Schüler in ihrer Vielfalt in Begabung, Neigung und Herkunft wahrzunehmen und zu fördern.
Eine Anzahl von Projekten wird in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt. Neben namhaften großen Firmen als Förderer und Sponsoren sind ortsansässige Kooperationspartner zur Durchführung von Projekten oder als Berufsorientierung für die Schule besonders wichtig.
MINT-Projekte sind aufgrund des forschenden und experimentellen Zugangs in besonderem Maße geeignet, jahrgangs- und schulformübergreifend durchgeführt zu werden. Im gemeinsamen Bildungskonzept der Fröndenberger Schulen sind die jährlichen „Grundschultage“ verankert. Hier sind Grundschulschülerinnen und Grundschulschüler eingeladen, an naturwissenschaftlichen Fragestellungen, wie „Feuer und Flamme“ in Kooperation mit der freiwilligen Feuerwehr Fröndenberg zu arbeiten. Angeleitet werden sie dabei von zukünftigen Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschülern. Auch außerhalb dieser Zeiten können die Grundschulen im Umweltlabor der Gesamtschule experimentieren.
Auf Initiative des “Arbeitskreises Fröndenberger Schulen” wird regelmäßig auch die Projektwoche in Kooperation mit den Grundschulen und der Förderschule durchgeführt, in der ein Teil der Projekte schulformübergreifend angewählt werden kann. MINT-Projekte spielen hier eine große Rolle.
Kernstück der MINT-Ausstattung ist der MINT-Forscher-Park Fröndenberg, für die der Bürgermeister von Fröndenberg die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Fläche eignet sich in hervorragender Weise, um vorhandene Strukturen (Teich, Bach, Kopfweiden, Altbaumbestände wie Kirschen und Eichen und eine Obstbaumwiese) zu erkunden.
Das Schulgelände, der Schulgarten und insbesondere der MINT-Forscher-Park bieten hervorragende Möglichkeiten für nachhaltiges Lernen in allen MINT- und weiteren Fächern. Lernen findet durch Auseinandersetzung, konkrete Handlung, Diskussion und Hinterfragen statt. Der MINT-Forscher-Park, der dem Abenteuerdrang des Menschen entspricht, besitzt gleichzeitig Aufforderungscharakter, der zur Eigeninitiative und Eigenaktivitäten motiviert. Es handelt sich um eine an Biotoptypen reich strukturierte Fläche von ca. 1,5 ha in unmittelbarem Anschluss an das Schulgelände.
Der MINT-Forscher-Park bietet schon jetzt zahlreiche fächerübergreifende Lernangebote. Beispiele seien die Bestimmung von Bäumen und Pflanzen zur Erhöhung der Artenkenntnis und deren Benennung mit wissenschaftlichem Namen zur Hebung des Lateinunterrichts, Erstellen von Steckbriefen der Bäume mit Hilfe von Frottagen aus dem Kunstunterricht zur Darstellung der Rinde/Borke des Baumes, Untersuchungen des Bodenprofils, Messen der Fließgeschwindigkeit des Baches im Physikunterricht, Untersuchungen der Kleinstlebewesen in Bach und Teich, Nutzen der Äpfel im Hauswirtschaftsunterricht oder im Apfelprojekt der Chemie, Wecken der Faszination über Muster und Zahlen in der Natur, Vermessung des MINT-Forscher-Parks mit alten und neuen Messmethoden, Anwendung mathematischer Sätze wie Pythagoras und Strahlensätze als Ergänzung zum Mathematikunterricht. Das gemeinschaftliche Handeln und der fächerverbindende Ansatz sind Lernkraftverstärker. Die Anreicherung des Lernerlebnisses mit Freude, Spaß und Erfolgserlebnissen trägt zum nachhaltigen Lernen bei.
Ideen für Unterrichtsvorhaben im MINT-Forscher-Park werden derzeit in einem Handbuch zur Weiterarbeit im Kollegium gesammelt.
Im Fach Mathematik wird in einem Pilotprojekt im 8. Jahrgang Heterogenität als Chance verstanden. Die Fachleistungsdifferenzierung findet zugunsten der Binnendifferenzierung anstelle der äußeren Differenzierung statt. Der Unterricht wird zum Teil in einem Team-Teaching durchgeführt und wird durch eine Angebotsstunde je nach Erfordernissen ergänzt. Zur Entdeckung mathematischer Potentiale besteht eine Kooperation mit der TU-Dortmund. Die Teilnahme an Mathematikwettbewerben dient der Stärkenförderung. Mehrwöchige Lernaufgaben in den Ergänzungsstunden ab Klasse 8 erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten.
Im Bereich der Sek II findet regelmäßig eine Beteiligung am Qualitätszirkel Mathematik statt. Als Referenzschule für den graphikfähigen Taschenrechner ClassPad II tauschen sich Lehrerinnen und Lehrer regelmäßig am Werkstatttreffen der Herstellerfirma dieses graphikfähigen Taschenrechners mit CAS-Funktion über Erfahrungen mit dem Gerät aus und machen ggf. Verbesserungsvorschläge für dessen Weiterentwicklung.
Auch im Fach Chemie findet die Teilnahme an Wettbewerben zur Stärkenförderung statt. Als besondere Ausstattung ist hier das Umweltlabor zu nennen, in dem MINT-Fragen nachgegangen werden kann. Der Fond der Chemischen Industrie unterstützt seit Jahren Schulen bei ihrer Arbeit, Chemieunterricht spannend und lebensnah zu gestalten und Schüler auch für die angrenzenden Naturwissenschaften zu begeistern. Schwerpunkt der „Schulpartnerschaft Chemie“ ist die Unterrichtsförderung.
Im Technikbereich stehen u.a. eine CNC-Fräse und ein 3-D-Drucker zur Verfügung. Aufgrund einer Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Unna kann eine Experimentierbox mit Platinen genutzt werden.
Der Fachbereich MINT hat eine gute mediale Ausstattung. Es existiert ein schulweites WLAN, zur Verfügung stehen zudem mobile Laptopwagen, Beamer in nahezu allen Fachräumen, mobile Beamer, zahlreiche elektronische Tafeln mit Projektionsfunktion. Jeder Schüler besitzt eine eigene Schul-E-Mail-Adresse, als Lernplattform wird Moodle genutzt.
Die Schule besitzt das Berufswahl-Siegel für eine Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung. Beim dreiwöchigen Praktikum, bei einer Teilnahme an den Dortmunder Hochschultagen, beim Besuch einer Berufsbildungsmesse im eigenen Haus, bei der Nutzung des mobilen Berufsinformationszentrums können sich die Schülerinnen und Schüler auch über MINT-Berufsfelder informieren. Der verbindliche Girls- and Boys Day trägt zur Mädchenförderung auch in MINT-Berufsfeldern bei. Angefangen bei Besuchen von landwirtschaftlichen Betrieben in der Ortsnähe Fröndenbergs im Jahrgang 5 erlaubt der MINT-Forscher-Park zahlreiche Einblicke in verschiedene handwerkliche Berufsfelder wie den Garten- und Landschaftsbau, in verschiedene holzverarbeitende oder ingenieurwissenschaftliche Berufe.

9.2       Zielformulierung

Nach dem Erhalt des Siegels „MINT-Schule NRW“ im Jahr 2016 strebt die Schule die Rezertifizierung nach drei Jahren an.

Der Unterricht wird im Hinblick auf überfachliche Kompetenzen durch Stärkung fächerübergreifender Unterrichtsvorhaben wie Lernangeboten im MINT-Forscher-Park weiter entwickelt.

Die Berufsorientierung in Bezug auf die MINT-Fächer wird durch Hinzunahme von weiteren Kooperationspartnern intensiviert.

Die Mädchen- und die Stärkenförderung für MINT-Fächer werden weiter verstärkt.

Neben den in der Stundentafel ausgewiesenen Fächern werden MINT-Angebote in den Schwerpunktklassen 5 und 6 (Naturwissenschaften, Informatik), den Arbeitsgemeinschaften, in offenen Mittagsangeboten und in Projekten angeboten.

Naturwissenschaften wird in den Jahrgängen 5 und 6 fächerübergreifend unterrichtet, erst ab Klasse 7 werden Biologie, Physik, Chemie angeboten. Ab Klasse 9 findet in Chemie eine Fachleistungsdifferenzierung statt.

Die Teilnahme an Wettbewerben dient nicht nur der Stärkenförderung, sie schulen auch das Durchhaltevermögen und steigern die Präsentationsfähigkeit und tragen zum Selbstbewusstsein bei.

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern können im Zusammenwirken der MINT-Fächer neue Projekte vor allem im MINT-Forscher-Park entwickelt werden. Bereits erstellt ist der in der Projektwoche begonnene Feuerplatz. Eine Ökolaube befindet sich in der Planung. Weitere Ziele sind derzeit der Bau eines Naturerlebnispfades und einer Kräuterspirale.

Der alte Schulgarten in unmittelbarem Anschluss an den MINT-Forscher-Park wird zur Zeit saniert und dem MINT-Forscher-Park angegliedert.

Die begleitenden Pflegemaßnahmen schaffen die Voraussetzungen für eine Identifikation mit der Schule, aus der besonderes Engagement erwächst.

Schülerinnen, Schüler und Eltern werden insbesondere im MINT-Forscher-Park in die Planung und Umsetzung einbezogen.

Der MINT-Forscher-Park ist auf Dauer und zur stetigen Weiterentwicklung angelegt.

9.3.2    Qualitätsversprechen

Kolleginnen und Kollegen bilden sich regelmäßig fort. Es finden Kooperationen zwischen der Gesamtschule Fröndenberg und der mathematisch-didaktischen Fakultät der TU-Dortmund statt. Die Teilnahme von Vertretern der Fachkonferenz am Qualitätszirkel Mathematik ist obligatorisch.

Die Schule nutzt Angebote von besonderen MINT-Qualifikationen von Zweit- oder Zusatzausbildungen von Kolleginnen und Kollegen (Diplomingenieurin für Landespflege, zertifizierte Waldpädagogin, Diplom-Geologin, Diplom-Architektin, Diplom-Ökotrophologin, Rettungssanitäterin,…)

Die Pilotprojekte werden am Ende der Pilotphase evaluiert.

Die Schule arbeitet in einem Netz von Fröndenberger Schulen und weiteren Schulen, der Stadt Fröndenberg, externen Betrieben und Forschungspartnern.

Produkte und Ergebnisse werden der Schulöffentlichkeit zur Verfügung gestellt und der weiteren Öffentlichkeit präsentiert.

Die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerben werden auf dem Zeugnis bescheinigt.

 

9.3.3    Anforderungen an Personal und Raum

Die Arbeit im MINT-Forscher-Park erfordert eine breite Beteiligung aller KollegInnen und Kollegen aus dem MINT-Bereich. Dies beinhaltet neben der Umsetzung im Unterricht das Angebot in Arbeitsgemeinschaften, offenen Mittagsangeboten und Projekten.

Der Arbeitskreis MINT-Forscher-Park trifft sich mehrmals im Jahr.

Saisonale Pflegemaßnahmen müssen geplant und koordiniert werden, Kolleginnen und Kollegen im MINT-Bereich werden mit ihren Fachklassen einbezogen. Eltern werden bei konkreten Vorhaben angesprochen und an Sondereinsätzen beteiligt.

Pflegearbeiten im MINT-Forscher-Park, die durch Schüler und Eltern durchgeführt werden können, müssen durch geeignete und den Sicherheitsbestimmungen entsprechenden landwirtschaftliche Geräte erleichtert werden.

Die wissenschaftliche Arbeit in den MINT-Fachräumen erfordert neben den typischen Ausstattungsmerkmalen eines Fachraums eine zeitgemäße mediale Ausstattung. Der Zugang zu den mobilen Notebookwagen muss jederzeit gewährleistet sein. Alle Fachräume sollten mit Beamern ausgestattet sein, die Zahl der elektronischen Tafeln mit Projektionsfunktion sollte erhöht werden.

Anregungen zu fächerübergreifenden Aktivitäten im MINT-Forscher-Park werden auf einer Online-Lernplattform bereit gestellt.

10. Kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung

10.1 Ausgangssituation

An der GSF hat sich im Nachgang einer mehrere Jahre umfassenden Schulung – beginnend mit den Klassenlehrer-Teams der Jgst. 5 im Schuljahr 2012/2013 – der Arbeitskreis Unterrichtsentwicklung („UE-Steuer-gruppe“) formiert, welcher sich zusammensetzt aus den jeweiligen UE-Jahrgangssprechern, Vertretern aus dem Bereich Inklusion sowie Vertretern aus der Steuergruppe der Schule. Seitdem werden die daraus entwickelten kompetenzorientierten Unterrichts-, Lern- und Beratungsmaterialien an die folgenden Jahrgänge übergeben.
Ein besonderes Gewicht kommt dabei den didaktischen Jahresplanungen der KUE zu, die der Arbeitskreis in Absprache mit den Fachschaften entwirft. Diese Jahresplanungen greifen größtenteils überfachliche und fächerübergreifende Kompetenzen auf. Zu den einzelnen Bausteinen entwickelt der Arbeitskreis entsprechendes Unterrichtsmaterial, evaluiert und überarbeitet dieses sukzessive, und sichert es langfristig für nachfolgende Jahrgänge.

10.2 Zielformulierung

Die KUE zielt auf eine Konkretisierung der Kompetenzorientierung der Lehrpläne ab: Die didaktischen Jahresplanungen der KUE präzisieren für die Klassen eines Jahrgangs, zu welchem Zeitpunkt innerhalb eines Schuljahres und in welchem Unterrichtsfach eine Kompetenz eingeführt / wiederholt / vertieft wird (Spiralcurriculum).
Eine nachhaltige kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung an der GSF wird gewährleistet u.a.

  • durch die Weiterführung der jährlichen UE-Übergabekonferenzen für den jeweils neuen 5. Jahrgang,
  • durch die Multiplikation wesentlicher UE-Bausteine über die Fachkonferenzen,
  • durch eine Vertiefung im Jahrgang innerhalb von UE-Teamsitzungsstunden,
  • durch das perspektivische Einflechten der didaktischen Jahresplanungen der KUE in die schulinternen Lehrpläne.

1.3 Qualitätskriterien

10.3.1 Programmatische Leistungen unserer Schule

Die Schule bietet im Rahmen ihrer Möglichkeiten die notwendigen zeitlichen und organisatorischen Bedingungen, die für eine von Teamstrukturen, Innovation und Feedbackkultur geprägte Kollegiumsarbeit im Bereich der KUE unverzichtbar ist. So ist etwa in den Stundenplänen eine UE-Teamsitzungsstunde für die Klassenlehrer der Jahrgänge verankert, für die bereits eine didaktische Jahresplanung der KUE vorliegt. Das Einfließen der KUE in die Tagesordnung der Jahrgangskonferenzen dient (lediglich) als Alternative.
Insbesondere für aufwändige Entwicklungsvorhaben, etwa der Ausarbeitung von mehrere Wochen umfassenden Lernaufgaben, stellt die Schule dementsprechende Ressourcen zur Verfügung, nicht zuletzt um den zentralen Stellenwert eines auf Kompetenzorientierung basierenden Unterrichts an der GSF zu betonen.
Der Lern- und Entwicklungsordner LEO wird in den Klassen des 5. Jahrgangs eingeführt und kontinuierlich bearbeitet. Die Lehrkräfte nutzen dieses Medium aktiv, um die Schülerinnen und Schüler das nötige Handwerkszeug sichern zu lassen, welches sie im Verlauf ihrer schulischen Laufbahn über die Jahrgänge hinweg begleiten sollte.

10.3.2 Qualitätsversprechen

Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte sind über die Schwerpunkte im Bereich der KUE informiert (z.B. Dokumentation der Lernbiographie im Lern- und Entwicklungsordner LEO, Hauptfachförderung durch Lernaufgaben in den Ergänzungsstunden ab Jgst. 8, Vorbereitung der Elternsprechtage durch den Beratungsbogen zum Arbeits- und Sozialverhalten, Checklisten in Anbindung an die Unterrichtsreihen in den Hauptfächern).
Die Lehrkräfte können auf das mit den Bausteinen der KUE verbundene Unterrichtsmaterial in digitaler Form auf einer geschützten Plattform im Internet oder als Hardcopy zurückgreifen.
Der Arbeitskreis UE bezieht nicht nur die Klassenleitungen jener Jahrgänge mit ein, die bereits von einer UE-Übergabekonferenz profitieren konnten, sondern bietet auch den übrigen Teilen des Kollegiums ein möglichst hohes Maß an Transparenz, indem die Konferenz der Fachschafts-Vorsitzenden als zentraler Ort des Informationsflusses fungiert. Die Fachkonferenz-Vorsitzenden bilden auf diese Weise das Bindeglied zwischen dem Arbeitskreis UE und den Fachschaften. Letztere erhalten so die Möglichkeit, die für sie relevanten Bausteine innerhalb der didaktischen Jahresplanungen der KUE und ihrer zeitlichen Verortung im Schuljahr mit zu gestalten.

10.3.3 Anforderungen an Personal und Raum

Die Klassenlehrer eines Jahrgangs kommen – sofern dies stundenplantechnisch umsetzbar ist – im Rahmen von fest im Stundenplan integrierten UE-Teamsitzungsstunden zusammen, die vom jeweiligen UE-Jahrgangssprecher vorbereitet und moderiert werden. Letztere überprüfen den Stand der kompetenzorientierten Unterrichtsarbeit in den Klassen