„Feuer und Flamme“ für die GSF

5. September 2017 | Von | Kategorie: Lesenswertes, MINT

 

Forschertage bauen Berührungsängste der Grundschüler mit der Gesamtschule ab. 

Berührungsängste abbauen mit der weiterführenden Schule und den Naturwissenschaften. Dabei das Interesse an Letzteren fordern, ist auch in diesem Jahr Ziel der Forschertage an der Gesamtschule. Grundschüler experimentieren angeleitet von Zehntklässlern- zwei Tage lang unter dem Motto „Feuer und Flamme“.

Auf dem Flur riecht es ordentlich verkokelt – immerhin wird in einem Labor gerade getestet, welche Materialien so alles Feuer fangen, wenn man sie über den Bunsenbrenner hält. Kork brennt ein wenig, Wolle sogar sehr schnell und heftig. Fleißig tragen die kleinen Forscherinnen und Forscher die Ergebnisse in eine Tabelle ein, bevor sie an der nächsten Station erfahren, in welchen Produkten sich Sauerstoff befindet Draußen auf dem Schulhof hat sich eine Schülergruppe vor dem Regen unters Vordach verzogen, während Männer der Freiwilligen Feuerwehr Fröndenberg, die mit zwei Löschfahrzeugen gekommen sind, Geräte wie den Spreizer erklären. Die einen demonstrieren, wie Feuer gelöscht wird, während Johannes Hornberg den Kindern nebenan im neuen Schulgarten zeigt, wie vor tausenden von Jahren Feuer gemacht wurde. Und zwar mit leicht entzündbarem, trockenem Pflanzenmaterial und einem Feuerstein. Funken schlagen dürfen die Grundschüler ausprobieren. Das Feuer tatsächlich zu entfachen, bleibt Aufgabe des „Feuerfachmanns“, der jedes Mal für begeisterte Kindergesichter sorgt, wenn es anfängt zu rauchen.

Das alles macht den Grundschülern sichtbar jede Menge Spaß. Ein gewünschter Effekt, doch die Forschertage haben auch einen weiteren Zweck: Der Arbeitskreis Fröndenberger Schulen (AFS) arbeitet an der Vernetzung aller Schulen in der Ruhrstadt.  Dazu zählen sowohl die vier Grundschulen als auch die Gesamtschule Fröndenberg. Insgesamt gehören neun Lehrer zu dem Arbeitskreis. „Ziel ist es, die Kinder schon vor ihrem Schulwechsel mit der Gesamtschule, mit einigen Lehrern und mit älteren Schülern vertraut zu machen“, erklärt Organisatorin und Entwicklerin des Konzepts, Jutta Homberg. Und auch für die Schüler, die nach den großen Ferien in die Oberstufe kommen, sind die Forschertage eine wichtige Erfahrung. Denn sie müssen die Grundschüler während der Experimentierphasen  anleiten. “Das ist noch einmal eine ganz andere Erfahrung als der normale Schulalltag”, sagt Jutta Homberg. “Das hat schon ein sehr  hohes  Anforderungsniveau”, ergänzt sie.   Niklas Bichmann gehört zu den angehehenden  Oberstufenschülern und findet es gut, so gefordert zu werden. „Es ist interessant zu beobachten,auf welchem Stand die Kinder sind“, sagt er. Einige wüssten schon sofort, was an den einzelnen Laborstationen von ihnen erwartet wird, andere bräuchten etwas länger, um zu verstehen. Am Ende wissen aber alle, worum es geht. Die sogenannten „Laborassistenten“ sollen durch ihre Aufgabe auch Impulse für die spätere Berufswahl erhalten. Der ganze Jahrgang packt mit an. In der Vorwoche werden die Jugendlichen für die ungewöhnliche Aufgabe geschult.

Seit zwölf Jahren gibt es den Forschertag schon nach bewährtem Konzept. Geforscht wurde schon zu den Themen Wasser, Luft, Boden und aktuell „Feuer und Flamme“. Zukünftige Forschungsgegenstände  aus dem MINT-Bereich hängen auch von den Wünschen der kleinen Gastforscher ab.

Damit die Forschertage, an denen acht Lerngruppen mit 182 zusätzliche njungen Schülern durch die Laborräume und über den Schulhof wuseln, nahtlos über die Bühne gehen, packen viele helfende Hände mit an. Neben Lehrern der Gesamtschule sind das auch die Freiwillige Feuerwehr, das Team der Futter-Oase der GSF sowie zwei heimische Firmen, die beide schon seit Jahren Brötchen und Kakao für die Kinder spenden.

Zum ersten Mal war die Förderschule mit zu Gast. Für die Schüler der Regenbogenschule waren zusätzlich zu den neun Lehrern der GSF und denen der Grundschulen noch zwei weitere GSF­ Lehrer im Einsatz. „Die Integration hat sehr gut funktioniert, resümiert Jutta Homberg. Beim Rundgang durch die Labore sei gar nicht auszumachen gewesen, welche Kinder von einer Regel-­ und welche von einer Förderschule kommen.

Artikel aus dem Hellweger-Anzeiger, Ausgabe Fröndenberg am 13.07.2017

Text: Dagmar Hornung, HA,

Fotos: Drewes, HA

Kommentare sind geschlossen